Amalgam – ein Superwerkstoff für Zahnärzte? – Oder nur für schlicht gestrickte Zahnmediziner?

Geschrieben von am 18. November 2017 | Abgelegt unter Allgemein

Eine nette Geschichte aus prekären Verhältnissen vorweg:
Eine Bankdirktorengattin aus entsprechend ärmlichen Verhältnissen litt seit mehr als 5 Jahren an schwersten Schulterschmerzen, die inzwischen bis in die Halswirbelsäule zogen und sie keine Nacht mehr schlafen liessen. Sie kannte als „Schulterspezialisten“ zwischen Hannover und Hamburg, aber keiner hatte ihr geholfen. Für eine Operation gab es leider wirklich keinen Anlass, weil im Rüntgenbild der 64-jährigen frein gar nichts zu sehen war.
Nach nur 4 Wochen unserer Therapie schlief sie die Nächte wieder durch und war insgesamt subjektiv wie objektiv fitter. Nach 6 Monaten kam es zu einem unschönen Disput, „weil ich hier schon soviel Geld gelassen habe und immer noch bei bestimmten Bewegungen Schmezen habe! Sie haben gesagt, Sie kriegen das hin!!! Sehen Sie mal wo es weh tut!“
Die demonstrierte Bewegung haben Sie, werter Leser, wahrscheinlich im ganzen Leben noch nie oder höchstens 1-2 Mal durchgeführt – aber meine Therapie hatte ja gekostet…
Dazu ist zu sagen, dass ich die Dame schon bei meiner Erstuntersuchung darauf hingewiesen hatte, dass die nach meinem dafürhalten anstehende Zahnsanierung teuer würde:
11 Amalgamfüllungen! Zwar wirklich gut ausgeführt und sogar abschließend poliert! Das sehe ich extrem selten – poliert. Aber Amalgam ist nun mal nach meiner Sicht Gift!
Wir haben einen ganz tollen Zahnarzt und der sagt, es gäbe keinen besseren Werkstoff! – Stimmt für ihn, weil optimal zu verarbeiten – aber maximal giftig für die Patientin wie bei der Verarbeitung für seine MitarbeiterInnen!
Zum wiederholten Mal empfahl ich einen Ausscheidungstest für Quecksilber – aber der kostet! Das Untersuchungsmaterial ist teuer und das Labor noch teurer. Bei mir kommen für diese Untersuchung vielleicht 5-10 Euro an…
Am Ende dieses Disputes stellte ich anheim, sich nicht mehr um das Quecksilberamalgam zu kümmern, bis ans Ende ihrer Tage mit Schmerzen zu leben und dann mit dem gesparten Geld wie mit dem heißgeliebten Amalgam ins Grab zu steigen. Dem Herrgott wird´s gleich sein!
Eine Woche nach dem Ausscheidungstest erschien die Dame sichtlich unangenehm berührt und bescheiden. Nachdem ich mich innerlich über ihr zurückhaltendes Auftreten nach unseren letzten kontroversen Disputen gewundert hatte und nun den vorliegenden Laborbefund mit ihr besprechen wollte, hatte sie „nur kurz eine Frage vorweg: Bei dem Test wird ja Quecksilber im Urin ausgeleitet, nicht wahr? Kann der Test dann eventuell auch schon etwas an meiner Schulter machen?“
„Erzählen Sie mal!“ bat ich sie – und sie erzählte, dass sie sowohl am Naschmittag des Testes als auch noch weitere 3 Tagen in allen möglichen und unmöglichen Bewegungen ihrer Schulter komplett schmerzfrei agieren konnte. „Ich habe das immer wieder gestestet!“ Aber ab dem 4 Tag begannen ganz dezent wieder die altbekannten Schmerzen.
Nach der Amalgamanierung und einer ca. 6-monatigen oralen Ausleitung mit Dimaval – 20 Kapseln für 5 Wochen kosten ca. 150,- €! sind die Schulterschmerzen dauerhaft verschwunden – und die Bankdirektorengattin hat ein „goldiges Lächeln!“ Nachzutragen bleibt der Hg-Wert im Urintest: Mehr als 800 µg pro Milliliter bei einem anzustrebenden Grenzwert kleiner als 20 µg! – Noch Fragen?

Dieser nachfolgende Text entstand in einer zahnmedizinischen Diskussion mit Amalgam-gläubigen Zahnärzten. Er ist aber sicher auch für manche Patienten spannend zu lesen, weil sie sich möglicherweise wiedererkennen.

Es soll ja auch Zahnärzte geben, die schon in der Schule vor ihrem Abitur davon gehört haben, dass Quecksilber tödlich sein soll….
Vor mehr als 15 Jahre sass ich mit dem Staatssekretär Schröder im BMG in Bonn zusammen – er mit einer breiten Korona von Regierungsapothekern – und es ging eigentlich um Homöopathie und dabei natürlich auch um die extreme Giftigkeit von Quecksilber – homöopathisiert!
Als ich dann direkt, wie es nun mal meine Art ist, wenn ich Dinge klären möchte, nachfragte, ob der Staatssekretär nicht auch schon in seiner Schulzeit etwas von der Giftigkeit des Quecksilbers gehört hätte, reagierte er völlig hilflos.
Daraufhin erklärte ich es noch einmal für die Regierungsbank:
Wenn die ZFA die Zutaten für Amalgam einkauft, dann weiß sie ganz genau, dass Hg höchst gitig ist!
Wenn sie dann den hervorragenden Werkstoff Amalgan anrührt ;-))))
dann weiß sie auch sehr genau, dass sie gut aufpassen muß, um sich und andere nicht zu vergiften!
Dann kommt dieser „Superwerkstoff“ in die Kavität und hält ewig!?
Wer ein Hirn sein eigen nennt, könnte sich da natürlich fragen, wie das möglich ist – wo das Amalgam doch inert sein soll?
Oder vergiftet es vielleicht einfach jedes Bakterium, das ihm zu nahe kommt, sofort – und den Träger der Füllungen erst ein wenig später?
Dekapitierungsversuche mit Ratten konnten zeigen, dass eine frisch gelegte Amalgam-Füllung innerhalb von nur 15!!! Sekunden einen positiven Hg-Nachweis in der Hypophyse lieferte. Fragen? Dann bitte vielleich einfach mal wieder in der Physiologie nachlesen.
Zurück zum StS. Schröder:
„Herr Volkmann! Diesen Raum von ca. 800 m3 Volumen kann ich mit Studien pro Amalgam füllen! Kontra habe ich lediglich eine 1,20 cm hohe Säule in DinA4. Was soll ich da glauben?“
In meiner direkten Art empfahl ich, das eigene Gehirn einzuschalten. Das sei nach meinen Erfahrungen bei vielen Fragen äußerst hilfreich!
Die Regierungsbank war zwar not amused – aber es geht mir immer und überall um Gesundheit und weniger um Unterhaltung oder Diseasemanagement!
Und da habe ich in meiner Praxis leider schon viel zu viele und vor allem z.T. schwer geschädigte Amalgamopfer behandelt. Der schlimmste Fall kam mit 50 Medizineradressen aus der ganzen BRD und hatte fast 5000 µg Hg in der Ausscheidung! Grenzwert zum Gesunden 20µg! – Berufsunfähig…unfruchtbar…Schmerzsyndrome bis zum Abwinken!
In diesem konkreten Fall kam erschwerend hinzu, dass der Rostocker Zahnmediziner in der damaligen DDR entsprechend schlechtes Amalgam verarbeitete – und schlecht verarbeitete.
Am Daumenabdruck in beiden Unterkieferleisten hätte man ihn auch 15 Jahre später noch überführen können! ;-(
Einige der hiesigen Amalgamfans haben aber sicher schon mal etwas von Goldinlays gehört. Das wäre doch was – oder?
P.s. Wenn ich jemandem zu sehr auf die Füße trat – Verzeihung.
Aber das Thema ist wie Glyphosat viel zu wichtig, als das es der Verschwörung anheimfallen sollte.

Ihr Peter-Hansen Volkmann

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